Projektstart mit Scrum: Am Anfang steht das Ziel

Du möchtest ein Projekt mit Scrum aufsetzen und bist nicht ganz sicher, wie Du anfangen sollst. Scrum zerlegt große Arbeitsberge in kleine Aufgaben, die überschaubar sind. Von Anfang an: Mach den ersten Schritt und fang mit dem Ziel an!

Hier lernst Du:

  • Wofür es gut ist ein Ziel zu haben
  • Wie Du ein Ziel formulierst
  • Wie es danach weiter geht

Du brauchst ein Ziel zur Orientierung

Kennst Du Dein Ziel, weißt Du, ob Du auf dem richtigen Weg bist. Es hilft Dir sofort und über die gesamte Laufzeit Deines Projektes zu entscheiden, was wichtig ist.

So behältst Du auch in stürmischen Zeiten das Wesentliche im Blick.

Das Ziel stiftet Sinn, es hilft Dir, Deinem Team und allen Beteiligten. Es erzählt, wofür Ihr all die Anstrengungen auf Euch nehmt und Zeit investiert. Das Ziel hilft dem Team, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, zusammen an einer Sache zu arbeiten und sich als Team zu fühlen.

Schreib das Ziel auf

Ein Projekt-Ziel heißt oft auch Vision. Das ist eine treffende Bezeichnung: Es kommt vom lateinischen Verb für sehen. Die Vision sorgt für eine gemeinsame Sicht auf das Ziel.

Du weißt, was Du am Ende haben willst. Formulier es in einem Satz und schreib es auf. In einfacher Sprache.

Das kann ziemlich schwierig sein. Das folgende Muster hilft dabei:

  • Für ... #die Zielgruppe#
  • ist das ... #Produkt# ein ...#Produktkategorie#
  • die ...#etwas benötigt# das ...#Hauptnutzen, Attraktivitätsbonus#
  • anders als ...#das Wettbewerbsprodukt, das alte Produkt#
  • ist unser Produkt ...#Innovation, Zusatznutzen,Wettbewerbsvorteil#

Ein Beispiel macht es anschaulicher:

  • Für #Film-Fans#,
  • die #Unterhaltung ohne Werbepausen schätzen#,
  • ist #Amazon-Prime# ein #Streaming-Angebot#,
  • das #erschwinglich und einfach zu bedienen ist#.
  • Anders als #bei anderen Anbietern#, #liefert Amazon eine Hardware, die fast jeden Fernseher zu einem smarten Gerät macht und um eine Sprachsteuerung erweitert#.

Diese Satzschablone kannst Du für jedes Deiner Projekte verwenden. Zum Üben kannst Du sie an einem früheren Projekt ausprobieren oder an Deinem Smartphone oder dem renovierten Wohnzimmer. Das ist das Werkzeug. Jetzt erfährst Du, wie Du es benutzt.

Konkrete Antworten finden

Die Vision für ein größeres Projekt oder die Entwicklung eines Produkts erarbeitest Du im Team in einem gemeinsamen Workshop. Ihr definiert gemeinsam, was Ihr in die Klammern einsetzt, weil ein Team immer bessere Ergebnisse bringt als einzelne Köpfe.

Ein paar Leitfragen helfen dabei:

  • Für wen (konkret und hauptsächlich) ist das Angebot?
  • Welches Bedürfnis wollen wir befriedigen? Welchen Nutzen hat das Produkt? Welchen Prozess wollen wir unterstützen oder ermöglichen? Was soll sich durch das Produkt verbessern?
  • Wie heißt das Produkt? Ein Arbeitstitel genügt für den Anfang.
  • Welcher Art ist das Produkt? Es kann eine Website sein, ein Fahrrad, ein Restaurant, eine Dienstleistung…
  • Was gibt es schon? Damit sind ähnliche oder Vorgänger-Produkte gemeint.
  • Was kann Euer Produkt besser als die anderen? Was ist spektakulär daran? Womit sticht es aus der Masse heraus?

Sammelt die Antworten je Frage auf Karten oder Klebezetteln, klärt was gemeint ist, priorisiert und setzt am Ende die einzelnen Fragmente mit der Satzschablone zusammen.

Das sichtbare Ergebnis des Workshops ist die Vision. Es ist ein wichtiges Artefakt, an dem sich künftig Entscheidungen festmachen lassen, an dem sich Meinungen reiben. Wow, es umreißt das ganze Produkt auf einen Blick!

Alle am Workshop Beteiligten haben eine gemeinsame Sicht, teilen eine Vorstellung von etwas Künftigem. Das ist das zweite, zwar unsichtbare, aber trotzdem bedeutende Ergebnis des Workshops. Dieses Gefühl der Verbundenheit ist gut und wird im weiteren Projektverlauf nützlich sein.

Mach die Vision öffentlich

Kurz bevor das Projekt startet muss jeder die Vision kennen. Stell sie vor, veröffentliche sie prominent im Collaboration-Tool oder der Projekt-Ablage, druck sie auf Papier. Zeig sie jedem, der Anteile am Vorhaben hat. Häng sie dort auf, wo das Team arbeitet und hab sie immer dabei, wenn Ihr etwas mit Produktbezug diskutiert.
Sie zu kennen ist nicht selbstverständlich und die Arbeit am Produkt ist nicht selbsterklärend. Hilf dem Team, die Orientierung zu behalten.

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Wie geht es weiter?

Jetzt kannst Du ein “gefühltes” Ziel in konkrete Worte fassen. Es bildet die Grundlage für den nächsten Schritt: das Füllen des Product Backlogs. Das ist die Liste der Anforderungen an das Produkt.

Im nächsten Artikel der Reihe lernst Du dafür eine Methode. Sie macht es einfach, Anforderungen zu sammeln, sie zu priorisieren und Produkt-Releases zu planen. Alles in einem Abwasch

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Kai Dahlke
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