DIRK LANGNER: ROBOTS MACHEN SIRI & CO ERST RICHTIG SMART

Obwohl das Geschäftsfeld Prozessoptimierung bei BITGRIP noch recht jung ist, vereint das BITGRIP-Team bereits mehrere Jahrzehnte Erfahrung - unter anderem in Person des ‚Prozess-Veterans‘ Dirk Langner.

Im Gespräch verrät er, seit wann er sich mit Prozessen beschäftigt und warum er am liebsten alles automatisieren würde, was ihm unter die Finger kommt.

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Du bist seit Juli bei BITGRIP und verantwortest das neue Geschäftsfeld Prozessoptimierung. Wie war dein Start?

Der Start in der Corona-Zeit war natürlich speziell. Viele Kollegen habe ich persönlich erst beim Unternehmens-Workshop vor drei Wochen kennengelernt. Trotz 100 Prozent Homeoffice wurde ich von allen herzlich und hilfsbereit aufgenommen. Neben einer agilen Selbstverständlichkeit gibt es hier viel Freiraum und Lust auf Innovation. Obwohl ich erst so kurz dabei bin, fühle ich mich schon wie zu Hause.

Was fasziniert dich so an Prozessen?

Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Herausforderungen der Digitalisierung. Angefangen bei Schlagworten wie „Papierloses Büro“, also dem Versuch, möglichst auf Papier und Medienbrüche zu verzichten. Heute ist es eher normal Geschäftsprozesse so zu modellieren, dass Softwareentwicklung und Management das gleiche Bild erhalten. Das musste früher zum Teil hart begleitend zum Projektgeschäft entwickelt werden.

Dinge wie Unified Modeling Language, eine Programmiersprachen-unabhängige Möglichkeit Softwaremodule darzustellen, Analysemethoden wie Lean Six Sigma oder Business Process Model and Notation als Standardmethode der Prozessdarstellung wurden etabliert. All diese Ansätze vereint der Wunsch nach effizienteren, bequemeren Arbeitsabläufen.

Bemerkenswert finde ich, dass jede Digitalisierungswelle das Potential für die nächste Welle signifikant erhöht. Hinzu kommt die rasante technische Entwicklung. Diese bietet völlig neue Ansatzpunkte für Prozessoptimierungen, deren Effektivität schon fast erschreckend ist. Ich denke etwa an Process Mining, Robotic Process Automation und die Integration von Machine
Learning.

Bitte erkläre uns Prozess-Dummies, was es mit Process Mining auf sich hat. 

Die alltäglichen Arbeitsprozesse hinterlassen digitale Spuren in den verwendeten Systemen. Process Mining bietet Tools, mit denen diese Spuren für fachliche Analysen fantastisch aufbereitet werden. Prozesse mit ihren einzelnen Schritten und Pfaden werden visualisiert und jede Menge statistische Informationen ermittelt.

Ausgehend von diesen auf Dashboards dargestellten Daten beginnen individuelle Analysen. Dabei werden besonders lang laufende Prozessschritte, Bearbeitungs-Loops, SLA-Überschreitungen, Simulationen oder Abweichungen vom Regelprozess betrachtet, um daraus Ansatzpunkte für Verbesserungen zu ermitteln.

Übrigens besteht in den meisten Unternehmen eine erstaunliche Diskrepanz zwischen dem definierten Standard und der täglich gelebten Prozess-Realität. Verantwortliche reagieren ungläubig bis schockiert, wenn sie das erste Mal auf die Analyseergebnisse schauen.

Process Mining Soll-Ist-Vergleich

Was für Optimierungsmaßnahmen sind das konkret und wie passt RPA da rein? 

Oft helfen schon organisatorische Änderungen, um Prozessschleifen, Umwege und damit die Durchlaufzeiten zu reduzieren. Aber der wahre Zauber liegt in der Automatisierung und da kommt RPA ins Spiel. Kleine Software-Robots imitieren menschliche Aktionen beim Bedienen von Programmen.

Sämtliche Interaktionselemente, wie Buttons, Links, Formulare, eigentlich alles, was man auf einem Bildschirm zu sehen ist, kann von einem Robot bedient werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Robots arbeiten 24/7 in gleichbleibender Qualität. Bei hohem Arbeitsaufwand werden einfach zusätzliche Robots integriert. RPA spielt heute auf jeden Fall in der Champions League der Prozessoptimierung. 

Die Technologie ist in vielen Unternehmen fest etabliert, wie wird sich RPA in der Zukunft weiterentwickeln? 

Die Marktforscher von Gartner erwarten für 2022, dass acht von zehn Unternehmen mit einem Mindestumsatz von einer Milliarde Dollar auf RPA setzen. Das Wachstumspotenzial ist immens. Doch RPA entwickelt sich auch technisch-inhaltlich weiter. Modelle aus dem Bereich Machine Learning sind bereits zum Klassifizieren, Entscheiden und Erschließen schlecht oder unstrukturierter Daten im Einsatz.

Zukünftig wird es verstärkt darum gehen, KI-basierte Lösungen einzubetten, um eine Vielzahl von Bots auf ein gemeinsame Zielbilder zu orchestrieren. Die Robots werden intelligenter und können dadurch noch viel bessere digitale Assistenten sein.

RPA erweitert schon heute das klassische Verständnis von Client-Server-Architekturen. In den nächsten Jahren stehen weitaus komplexere Prozessketten im Fokus. Letztlich geht es darum, Prozess-Silos aufzubrechen und Abläufe über Front-, Middle- und Back-End hinweg zu automatisieren. 

Doch nicht nur im Business-, auch im privaten Bereich erwarte ich neue Anwendungsszenarien für RPA. Die Robots verlassen gerade ihre angestammte Biosphäre Windows Client-Rechner und erobern die mobile Welt der Smartphones. Durch kluges Verknüpfen von Robots mit Siri & Co werden die mobilen Assistenten erst richtig smart. Wir alle werden noch viel mehr von dieser Technologie profitieren. 

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da!

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Kai Dahlke
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